Wirtschaft in Deutschland: Defizite im Wohnungsbau

Der Abschluss eines Jahres erlaubt es, Schlüsse über das jeweilige Jahr zu ziehen. Insbesondere bei Kernthemen, die eine hohe gesellschaftliche Bedeutung haben, sieht man gespannt hin. So verhält es sich beim Thema Wohnungsbau. Steigende Mieten und eine höhere Nachfrage an Wohnungen machen den Bau verschiedenster Komplexe erforderlich. Für 2018 existierten Ziele – die allerdings verfehlt wurden…

Bedarf um 50.000 Wohnungen unterschritten

Der errechnete Bedarf des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDP) für neue Wohnungen beträgt mindestens 350.000 jährlich. Mit den 2018 knapp 300.000 neu erstellten Wohnungen ist diese benötigte Menge um knapp 50.000 Wohnungen weit unterschritten. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist sogar das Ziel verankert, jährlich 375.000 Neuwohnungen zu errichten, welches somit noch deutlicher verfehlt wurde.

Gründe für das Defizit im Wohnungsbau

Die meisten Branchenverbände begründen die verfehlten Ziele im Wohnungsbau mit fehlenden steuerlichen Entlastungen. Auch die hohen Preise für Bauland gestalten sich als eines der Probleme. Des weiteren sind Typenhäuser kaum erlaubt: Dies sind solche Bauten, welche nur einen Genehmigungsgang machen müssen. Einmal genehmigt, dürfen sie mehrmals gebaut werden. Typenhäuser ersparen viel Zeit in der Entwicklung der Wohnungen und deren Bau.

Doch auch im Senat sind die Fehler zu suchen. Der Senat spricht nämlich durchaus Genehmigungen aus, entwickelt allerdings kaum bebaubare Flächen.

Investoren wiederum kaufen gerne bebaubare Flächen auf, um diese dann liegen zu lassen und mit diesen zu spekulieren. Ergibt sich die Chance zu einem Verkauf mit Gewinn, dann realisieren sie diesen, wodurch der Wohnungsbau aufs Neue stockt.

Die Zukunft sieht allerdings durchaus positiv aus

All der Enttäuschung über das ablaufende Jahr 2018 zum Trotz sind die Aussichten für die nächsten Jahre äußerst gut. Die Auftragslage bei den großen Baufirmen ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp 14 % erhöht. Daraus leiten sich ein steigender Umsatz und höhere Anzahlen an Beschäftigten für die Firmen ab. Letztlich führt dies auch zu einem Anstieg im Wohnungsbau.

Sogar im Bereich des öffentlichen Baus ist eine starke Zunahme für 2019 in Aussicht. Bund, Länder und Gemeinden sind durch die höheren Steuereinnahmen der letzten Jahre gewillt, nun mehr Geld in öffentlichen Bau zu investieren.

Fazit

Es ist nicht das erste Mal, dass die Ziele im Wohnungsbau verfehlt werden. Die Zukunft mag vielleicht positive Zahlen in Aussicht stellen, doch tat sie dies oft. Deswegen bleibt am Ende keine Alternative, als die Entwicklung abzuwarten und auf Optimierungen seitens des Staates zu hoffen.

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